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GRAND HOTEL Glamour für die Stadt Musical 'Grand Hotel' vom Broadway an den Gärtnerplatz München - Ein Luxusabend, Vergnügen, alle da. Was die prunkgolden dekadente Aufmachung betrifft, ist das Münchner Haus dem Grand Hotel aus dem Stück nicht unähnlich. Überhaupt steht Broadway dem Gärtnerplatztheater ganz ausgezeichnet! Das müssen die schon geahnt haben, waren doch alle versammelt beim Premierenabend des Musicals 'Grand Hotel', Münchens große und kleine Prominenz, der Theaterclan und die Operetten-Clique, auch das Fernsehen, alles fröhlich unaufgeregt. Inszenieren wollte sich keiner, so macht man das nicht in New York, mit dem Musical sind also auch die Society-Regeln vom Hudson an der Isar angekommen. Am Broadway ist das Musical in der Fassung von 1989 mehr als 1000 Mal ausverkauft gespielt worden und mit fünf Tonys ausgezeichnet; für München nun hat Regisseur Pavel Fieber die Musik und das entsprechende deutsche Textbuch übernommen. Vielleicht werden es hierzulande nicht so unglaublich viele Aufführungen, obwohl: Abwegig muss das nach der Begeisterung am Premierenabend nicht mehr erscheinen. Fieber hat sich, das geht immer gut, für eine publikumsfreundliche Rundum-Illusionierung entschieden, man taucht ein, marmorschwarzes Foyer, teure Stofftapete an der Bühnenwand und glamouröse Goldgirlanden, dazu ein durchgehender Musikteppich. Die gefällige Musik der 20er-Jahre begleitet auch die Dialoge, wenn nicht gerade Charleston oder Tango getanzt wird. Die Bühne bleibt geheimnisvoll abgedunkelt für Eleganz und Erotik, ganz hell wird es nur, wenn die Hotelangestellten protestieren, die armen Hunde, die beim Fressen, Saufen und Vergnügen zusehen müssen. Mittig die Eingangstür des Megahotels, eine Drehtür, die bezeichnenderweise nie still steht: Gäste gehen ein, gehen aus, Lebenswege kreuzen sich, dann geht man auseinander, so gehen Leben, Liebe und Erfolg. Es sind ewige Typen, die hier auftauchen und vom Aufstieg und Fall erzählen, das arme Flämmchen (Milica Jovanovic) verkauft sich für den Traum von Hollywood, ihr Chef Preysing (Hardy Rudolz) mutiert an diesem Wochenende vom ehrenwerten Geschäftsmann zum Verbrecher; der Jude Kringelein (Gunter Sonneson) mietet sich ein, um seine letzten Tage aus vollen Zügen zu genießen. Die alternde Ballerina Gruschinskaja (April Hailer), von Ehrgeiz und Versagensängsten zerfressen, verliebt sich in einen jungen Mann - der stirbt. Man staunt viel: Musicalstar Hardy Rudolz (damals mit Peter Hofmann in 'Phantom der Oper') ist verantwortlich für die großartige Choreographie; April Hailer, bekannt vor allem als Schauspielerin, kann singen, und wie! Und: Man muss sich seiner Begeisterung nicht mal schämen. Dieses Stück ist heiter-leicht, das müssen Musicals sein, allerdings nicht trivial. Zumindest nicht zu arg. Zuerst, weil Tanz und Musik motiviert und funktionalisiert sind, einfach deshalb, weil das dem Alltag im Hotel entspricht. Dann sind die Figuren nuancenreich, herzlich und zwielichtig wie die Zofe der Ballerina (großartig: Marianne Larsen), es dürfen Ernstes und Tragisches aufblitzen, schwermütige und lebensmüde Gedanken. Für Musicalfreunde ist das 'Grand Hotel' ein, wie man so sagt, Must-see. Simone Hirmer
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